Industrielle Abwasserbehandlungsanlage mit Klärbecken und Rohrleitungssystem

Hydrotechnischer Fachbericht

Wasserhaushaltsgesetz

Einhaltung der industriellen Abwasserstandards nach WHGTechnische Anforderungen an Abwasserbehandlungsanlagen gemäß § 60 WHG – Grenzwerte, Messverfahren und Dokumentationspflichten für Betreiber von Industriekläranlagen.
WHG-Konformitätsprüfung 2025

Konformitätsnachweise nach WHG § 60

Die Einhaltung der Grenzwerte für chemischen Sauerstoffbedarf (CSB), adsorbierbare organische Halogenverbindungen (AOX) und Gesamtstickstoff wird durch kontinuierliche Messung und monatliche Mittelwertbildung nachgewiesen. Abweichungen von den zulässigen Werten sind unverzüglich der zuständigen Wasserbehörde zu melden.

Die Dokumentation der Messergebnisse erfolgt im betrieblichen Tagebuch gemäß Eigenkontrollverordnung. Die Prüfintervalle für die einzelnen Anlagenkomponenten sind in der beigefügten Tabelle aufgeführt. Die Langzeitarchivierung der Aufzeichnungen beträgt mindestens zehn Jahre.

Betriebstagebuch und Prüfintervalle

Das Betriebstagebuch enthält tägliche Einträge zu Ablaufwerten, Schlammspiegel, Sauerstoffgehalt und Temperatur. Wöchentlich werden die mechanischen Vorklärbecken und die Belüftungseinrichtungen geprüft. Monatlich erfolgt eine Überprüfung der chemischen Dosieranlagen und der Schlammbehandlung.

Die Einhaltung der Prüfintervalle wird durch einen digitalen Wartungsplan sichergestellt. Bei Überschreitung der Toleranzgrenzen wird ein automatischer Alarm ausgelöst. Die Meldepflichten gegenüber der Behörde sind in der Störfallverordnung geregelt.

WHG-Konformität

Häufige Fragen zur Abwasserbehandlung

Welche Grenzwerte gelten für CSB und AOX?

Für Direkteinleiter gelten nach WHG § 60 die in der Abwasserverordnung (AbwV) Anhang 1 festgelegten Werte: CSB maximal 150 mg/l, AOX maximal 0,5 mg/l. Bei Überschreitung ist die zuständige Wasserbehörde unverzüglich zu informieren.

Muss das Betriebstagebuch täglich geführt werden?

Ja, nach Eigenkontrollverordnung (EigKontrVO) sind tägliche Messungen von pH-Wert, Temperatur und Durchfluss vorgeschrieben. Wöchentlich kommen CSB und abfiltrierbare Stoffe hinzu. Die Aufzeichnungen sind mindestens fünf Jahre aufzubewahren.

Welche Meldepflichten bestehen bei Störfällen?

Bei Grenzwertüberschreitung oder technischem Ausfall muss der Betreiber innerhalb von zwei Stunden die untere Wasserbehörde informieren. Ein schriftlicher Bericht mit Ursachenanalyse und Gegenmaßnahmen ist binnen 24 Stunden nachzureichen.

Wie oft müssen Rückhaltebecken geprüft werden?

Rückhaltebecken für wassergefährdende Stoffe unterliegen der wiederkehrenden Prüfung nach BetrSichV. Die Dichtheitsprüfung erfolgt alle fünf Jahre, die allgemeine Zustandsprüfung jährlich. Bei Undichtigkeiten ist die Anlage sofort außer Betrieb zu nehmen.

Welche Dokumentation ist für die Schlammbehandlung erforderlich?

Für die Schlammbehandlung sind nach WHG § 61 die Trockenmasse, der Glühverlust und die Schadstoffgehalte (Schwermetalle, PAK) zu dokumentieren. Die Entsorgungsnachweise müssen drei Jahre archiviert werden.

Gelten die WHG-Vorgaben auch für Kleinkläranlagen?

Ja, auch Kleinkläranlagen (< 50 EW) unterliegen dem WHG. Die Überwachung erfolgt nach der kommunalen Satzung. Mindestanforderungen sind ein Drei-Kammer-Ausfaulbehälter und eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb.

Nächster Schritt

WHG-Konformitätsnachweis für Ihre Anlage

Die Einhaltung der Grenzwerte nach § 60 WHG erfordert eine lückenlose Dokumentation und regelmäßige Überprüfung der betrieblichen Abläufe. Wir unterstützen Sie bei der Erstellung des Betriebstagebuchs, der Störfallvorsorge und der behördlichen Kommunikation.

Beratung anfragen

Technische Dokumentation

Anlagenprüfung und Einleitparameter

Messprotokoll der CSB-Werte
CSB-Messung

Chemischer Sauerstoffbedarf

Protokollauszug der täglichen CSB-Bestimmung aus dem Betriebstagebuch der Kläranlage. Der Grenzwert von 150 mg/l wurde im Prüfzeitraum eingehalten.

Probenahmestelle am Ablauf
Probenahme

Qualifizierte Stichprobe nach WHG

Automatische Probenahme am Ablauf der biologischen Stufe. Die Entnahme erfolgt gemäß DIN EN ISO 5667-1 mit 24-Stunden-Mischprobe.

Schlammbehandlungsanlage
Schlammbehandlung

Entwässerung und Trocknung

Übersicht der Schlammbehandlungsstufe mit Zentrifuge und Trocknungsbett. Die Restfeuchte liegt bei 72 % und erfüllt die Vorgaben der AbfKlärV.

Steuerungstafel der Belüftung
Belüftungssteuerung

Sauerstoffregelung Belebungsbecken

Die SPS-gesteuerte Belüftung hält den Sauerstoffgehalt zwischen 2,0 und 3,5 mg/l. Die Sollwerte werden aus der aktuellen CSB-Fracht berechnet.

Dokumentation der Eigenkontrolle
Eigenkontrolle

Prüfintervall nach EigKontrVO

Wöchentliche Prüfung der Ablaufparameter gemäß Eigenkontrollverordnung. Die Dokumentation umfasst pH-Wert, Temperatur, CSB und AOX.

Notfallplan an der Chemikalienstation
Störfallmanagement

Alarmplan bei Grenzwertüberschreitung

Auszug aus dem betrieblichen Alarmplan für den Fall einer Überschreitung der AOX-Grenzwerte. Die Meldekette an die Wasserbehörde ist innerhalb von 2 Stunden auszulösen.

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